Mobbing: Was ist das, und was hilft wirklich?
Ein Streit hört wieder auf. Mobbing nicht. Hier steht, woran man den Unterschied erkennt, was du tun kannst, wenn es dich trifft oder du es siehst, und wo es Hilfe gibt, auch anonym.

Was ist Mobbing?
Von Mobbing spricht man, wenn jemand über längere Zeit immer wieder schikaniert, ausgegrenzt, beleidigt oder bloßgestellt wird, und wenn die Kräfte ungleich verteilt sind: viele gegen einen, oder einer, gegen den man sich nicht wehren kann.
Mobbing kann laut sein, mit Schubsen, Sprüchen und kaputten Sachen. Oft ist es leise: Jemand wird nicht mehr eingeladen, aus der Gruppe genommen, ausgelacht, sobald er etwas sagt. Auch das ist Mobbing.
Wenn es dich trifft
Zuerst das Wichtigste: Es ist nicht deine Schuld. Niemand verdient es, gemobbt zu werden, egal was die anderen behaupten.
Schreib auf, was passiert: Datum, was genau, wer dabei war. Mach Screenshots von Nachrichten. So hast du etwas in der Hand, wenn du es erzählst.
Sag es einem Erwachsenen, dem du vertraust: deinen Eltern, deiner Klassenlehrerin, dem Vertrauenslehrer oder der Schulsozialarbeit. Die Schule muss handeln, wenn sie davon weiß. Wenn du gerade mit niemandem reden kannst: Die Nummer gegen Kummer erreichst du unter 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr, kostenlos und anonym.
Wenn du es siehst
Mobbing funktioniert, weil andere zuschauen oder mitlachen. Du musst kein Held sein, um etwas zu ändern. Lach nicht mit. Sprich die Person später an, damit sie weiß, dass sie nicht allein ist. Hol Hilfe bei einem Erwachsenen, das ist kein Petzen, sondern genau richtig.
Wie schwer es ist, nicht mitzulachen, wenn alle lachen, erzählen die Geschichte „Dazugehören“ und unser Artikel über Gruppendruck.
Für Eltern
Viele Kinder erzählen lange nichts. Mögliche Zeichen: Bauchweh am Morgen, keine Lust mehr auf die Schule, kaputte oder verschwundene Sachen, weniger Freunde, Rückzug ins Zimmer.
Hören Sie zu, ohne sofort zu handeln, und fragen Sie, was Ihr Kind sich wünscht. Rufen Sie nicht als Erstes die Eltern der anderen an. Sprechen Sie mit der Schule, schreiben Sie Vorfälle mit Datum auf und bleiben Sie dran. Rat bekommen Eltern am Elterntelefon der Nummer gegen Kummer unter 0800 111 0550, kostenlos und anonym.
Ist Mobbing strafbar?
Einen eigenen Paragrafen gegen Mobbing gibt es in Deutschland nicht. Vieles, was beim Mobbing passiert, ist aber strafbar: Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung (§§ 185 bis 187 StGB), Nötigung (§ 240), Bedrohung (§ 241), Nachstellung (§ 238), Körperverletzung (§ 223) und heimliche Aufnahmen in geschützten Räumen (§ 201a).
Strafmündig ist man ab 14. Eine Anzeige kann man bei jeder Polizeidienststelle erstatten, in allen Bundesländern auch über die Onlinewache. Im Notfall gilt immer: 110.
Geschichte: Dazugehören Wenn alle lachen: Gruppendruck Hilfe finden
Quellen
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Streit und Mobbing?
Ein Streit geht zwischen zwei, die sich ungefähr gleich wehren können, und hört wieder auf. Mobbing richtet sich über längere Zeit immer wieder gegen dieselbe Person, und die Kräfte sind ungleich verteilt.
Was tun bei Mobbing in der Schule?
Aufschreiben, was passiert, mit Datum. Einem Erwachsenen davon erzählen, dem man vertraut, und die Schule informieren. Die Schule muss handeln, wenn sie davon weiß.
Wo bekomme ich anonym Hilfe bei Mobbing?
Bei der Nummer gegen Kummer unter 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr, kostenlos und anonym. Eltern erreichen das Elterntelefon unter 0800 111 0550.
Ist Mobbing strafbar?
Mobbing als eigener Straftatbestand existiert nicht, aber viele Teile davon sind strafbar, etwa Beleidigung, Bedrohung, Nötigung oder Körperverletzung. Strafmündig ist man ab 14.
ELSEWISE erzählt Geschichten. Wir sind keine Psychologen, keine Ärzte und keine Beratungsstelle und können dich nicht persönlich beraten. Wenn dich etwas belastet, sprich mit einem Menschen, dem du vertraust, oder melde dich bei einer der Stellen auf unserer Hilfeseite.