Cybermobbing: Was du jetzt tun kannst
Cybermobbing hört nicht an der Schultür auf. Es kommt mit nach Hause, aufs Handy, abends ins Bett. Das Gute: Gerade online kann man vieles festhalten und beweisen. Hier steht, in welcher Reihenfolge.

Was ist Cybermobbing?
Cybermobbing ist Mobbing über Handy und Internet: gemeine Nachrichten, peinliche Fotos oder Videos, Lügen im Klassenchat, gefälschte Profile, absichtliches Rauswerfen aus Gruppen. Weil sich Beiträge schnell verbreiten und lange bleiben, trifft es oft besonders hart.
Sofort: sichern, melden, blockieren
Antworte nicht auf die Angriffe, auch wenn es schwerfällt. Jede Antwort gibt den anderen neues Material.
Sichere Beweise: Screenshots mit Datum, Uhrzeit und Namen oder Profil der Absender. Lösch nichts, bevor es gesichert ist, auch dein eigenes Konto nicht.
Melde die Beiträge auf der Plattform und blockiere die Absender. Große Plattformen müssen Meldungen über rechtswidrige Inhalte prüfen.
Erzähl es einem Erwachsenen, dem du vertraust, und zeig ihm die Beweise. Du musst das nicht allein durchstehen.
Wenn ein Foto von dir verbreitet wird
Ein Foto von dir darf nicht ohne deine Erlaubnis veröffentlicht werden. Was du dann Schritt für Schritt tun kannst, steht in unserem Artikel über Fotos ohne Erlaubnis.
Wenn Nacktbilder im Spiel sind, auch von anderen: Leite sie niemals weiter, auch nicht, um jemanden zu warnen. Das kann strafbar sein. Hol sofort einen Erwachsenen dazu oder wende dich an die Polizei.
Ist Cybermobbing strafbar?
Wie beim Mobbing gibt es keinen eigenen Paragrafen. Strafbar sein können aber zum Beispiel Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung, Bedrohung, Nachstellung und das Verbreiten von Aufnahmen, die jemanden in seinem höchstpersönlichen Lebensbereich zeigen. Strafmündig ist man ab 14. Anzeige erstatten kann man bei der Polizei, auch online.
Hilfe, auch anonym
Die Nummer gegen Kummer erreichst du unter 116 111, montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr, oder online per Chat und Nachricht. Eltern bekommen Rat am Elterntelefon unter 0800 111 0550. Weitere Stellen stehen auf unserer Hilfeseite.
Foto ohne Erlaubnis: was tun Geschichte: Das Foto, das niemand sehen sollte Hilfe finden
Quellen
Häufige Fragen
Was tun bei Cybermobbing?
Nicht antworten, Beweise mit Screenshots sichern, die Beiträge melden und die Absender blockieren. Dann einem Erwachsenen davon erzählen, dem man vertraut.
Soll ich mein Konto löschen?
Nicht sofort. Sichere zuerst alle Beweise. Danach kannst du das Konto auf privat stellen, Kommentare einschränken oder eine Pause machen.
Ist Cybermobbing strafbar?
Es gibt keinen eigenen Straftatbestand, aber viele Handlungen sind strafbar, etwa Beleidigung, Verleumdung, Bedrohung oder das Verbreiten bestimmter Aufnahmen. Strafmündig ist man ab 14.
Wo bekomme ich Hilfe bei Cybermobbing?
Bei der Nummer gegen Kummer unter 116 111 oder online. Für Eltern gibt es das Elterntelefon unter 0800 111 0550.
ELSEWISE erzählt Geschichten. Wir sind keine Psychologen, keine Ärzte und keine Beratungsstelle und können dich nicht persönlich beraten. Wenn dich etwas belastet, sprich mit einem Menschen, dem du vertraust, oder melde dich bei einer der Stellen auf unserer Hilfeseite.